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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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"Ich glaube an das Genossenschaftsprinzip, an Hilfe zur Selbsthilfe"

"Ich glaube an das Genossenschaftsprinzip, an Hilfe zur Selbsthilfe"

04. Juli 2019

Margarida Santos (50) zog 2011 von Luxemburg nach München, wurde 2014 Anlegerin bei Oikocredit und stieg sofort als Ehrenamtliche dort ein. Santos ist Kommunikations- und Marketingmanagerin und hatte zuvor zehn Jahre in Luxemburg in der Immobilienbranche gearbeitet. „Als ich nach Deutschland kam, habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, Geld sozial verantwortlich im Mikrofinanzbereich anzulegen und mich ehrenamtlich zu engagieren. Luxemburg ist Finanzstandort, da gibt es jede Menge Mikrofinanzfonds, aber da ging’s nur um Rendite, das kam für mich nicht infrage“, sagt sie. Heute ist Margarida Santos als zweite Vorsitzende des Oikocredit-Förderkreises Bayern auch national und international unterwegs.

DAS KOOPERATIVE

Margarida Santos: Für mich war ausschlaggebend, dass Oikocredit eine Genossenschaft ist. Sie agiert demokratisch, partizipativ und transparent, ist auf soziale Wirkung fokussiert, nicht auf Rendite. Ich bin Teil einer Community, ich kann teilnehmen, mich einbringen und bin nicht anonym. Ich glaube an das Genossenschaftsprinzip, an Hilfe zur Selbsthilfe. Oikocredit arbeitet bevorzugt mit Kooperativen und fördert die Gründung von Genossenschaften, der Genossenschaftsgedanke wird auf vielen Ebenen praktiziert. „In Menschen investieren“ ist für mich ein überzeugendes Motto. Ich mag die Geschichten, die dazu gehören, die Informationen über Partnerorganisationen, Menschen und Gemeinschaften, die ausführlichen Berichte über die Wirkung unserer Investitionen.

DIE WELT

Margarida Santos: Oikocredit ist international organisiert und investiert zunehmend in afrikanischen Ländern. Für mich ist beides wichtig. Ich bin in Lissabon geboren, habe in Deutschland studiert und in Luxemburg gelebt. Meine Mutter ist Portugiesin, mein Vater kommt von den Kapverdischen Inseln. Zu meiner Geschichte und meinem Leben gehören zwei Kontinente. Ich möchte, dass mein Geld auch in Afrika investiert wird.

DIE FRAUEN

Margarida Santos: Mehr als 80 Prozent der Menschen, die Oikocredit über Mikrofinanzorganisationen erreicht, sind Frauen. Ich wollte eine Organisation, die sich gezielt für Frauen einsetzt. Wir wissen, dass Frauen, die mehr oder regelmäßigeres Einkommen erwirtschaften können, das Geld für ihr Geschäft, ihre Familien und die Bildung der Kinder ausgeben. Aber sie finden sich auch in Gruppen zusammen, tauschen sich aus, informieren sich, werden selbstbewusster, mutiger.

PIONIERGEIST

Margarida Santos: Mir gefällt, dass Oikocredit eine Pionierin ist. Sie hat etwas angefangen in der Gründungszeit, das wirklich innovativ war, und ist nach wie vor offen für Weiterentwicklung. Sie ist mehr ist als eine Genossenschaft, die Kredite vergibt. Dazu gehört für mich das Capacity Building, also Programme für Beratung und Schulungen mit den Partnern. Immer, wenn ich bei Treffen und Tagungen im internationalen Kontext von Oikocredit etwas von diesen Programmen höre, bin ich nicht nur inhaltlich einmal mehr überzeugt, sondern auch emotional berührt.

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